Projektstart: 1 Jänner 2026
Ausgangslage
Der Europäische Ziegenmelker Caprimulgus europaeus ist in Österreich in Anhang I der Vogelschutzrichtlinie und laut nach FFH als VU und laut Rote Liste stark gefährdet.
Die Rote Liste NÖ beschreibt den Handlungsbedarf so:
Caprimulgus europaeus - SPEC:2/ VSR: I / RLÖ: 3
Artenschutzprogramm wünschenswert; verbesserte Bestandserfassung und -kontrolle sowie forcierte Untersuchung der Biologie und Gefährdung der heimischen Population; Umsetzung von Schutzvorschlägen im Bereich der Schwerpunktvorkommen (v.a. Steinfeld, Marchfeld).
Dies führt zu unserem Projekt „Von der Ziege zum Ziegenmelker“
Projektinhalte
Die betroffenen Flächen befinden sich alle Im Naturpark Sierningtal Flatzer Wand und stellen bestätigte und potenzielle Bruthabitate für den Ziegenmelker dar. Durch aufgegebene oder falsche Bewirtschaftung (Mulchen, Mahd ohne Materialabtransport) drohen die wertvollen Pflanzengesellschaften des FFH Typ Halbtrocken- und Trockenrasen (6210) zu verschwinden. Neben Diptam Dictamnus albus, dem Gösing Habichtskaut und Kuhschelle Pulsatilla vernalis gibt es zahlreiche Blühpflanzenarten und Gehölze wie den eingriffeligen Weißdorn Crataegus monogyna. Diese Gehölze stellen unter anderem das Bruthabitat für den Neuntöter Lanius collurio und im Saumbereich der Heidelerche Lullula arborea. Weiters kommt auch der Wiedehopf Upupa epops immer öfters vor.
Die extensive Beweidung mit kleinen Wiederkäuern und kleinrahmigen Bosnischen Gebirgspferden sollen die Vegetationsnarbe schonend abweiden und die Verbuschung vor allem durch Schlehe und Liguster reduzieren. Eine halboffene strukturierte Landschaft soll dadurch erhalten bleiben und die Bruthabitatsstruktur vor allem für den Ziegenmelker verbessern. Dieser benötigt halboffene Waldränder und Offenflächen für die Jagd nach Insekten.
Für die Beweidung der 2,41 ha Trockenrasen/Waldsäume Döppling/Ternitz sowie der 0,28 ha auf der Flatzer Wand benötigt die Herde zwei Durchgänge pro Jahr. (Frühling und Herbst)
Bildung
Unsere Naturpädagog:innen und Ranger:innen führen Interessent:innen regelmäßig zu den Flächen um die Besonderheiten dieser aufzuzeigen. Die Brutplätze der Vögel werden natürlich nicht preisgegeben, jedoch via Erhebung registriert. Zweimal Jährlich findet auch eine Ziegenwanderung statt. Dabei wird auf die Flatzer Wand aufgetrieben, um die dortigen Kalkmagerrasen und Offenstrukturen in der Wand wieder herzustellen. Die Ziegen entbuschen dort zwei Areale und öffnen diese somit für Schlingnatter, Wildbienenarten und eben auch den Ziegenmelker. Diese Arbeit kann dann von der Naturfreundehütte aus live beobachtet werden.
Monitoring
Wird von den Beweidern selbst im Zuge mitgemacht bzw. über den Expert:innen Pool der Naturparke Niederösterreich angesucht.